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Warum LensFlair?

Jede Sekunde besteht aus unzähligen Momenten, die so schnell verschwinden wie sie gekommen sind. Jeder Augenblick besteht aus so vielen dieser Momente und wir nehmen das meiste gar nicht wahr. Wenn wir uns an einen Moment erinnern, haben wir die unzähligen anderen Blickwinkel verpasst, mit denen wir diesen Moment aus einer anderen Perspektive hätten wahrnehmen können. Das ist ja auch überhaupt nicht schlimm: Nur wenn wir uns für einen Blickwinkel entscheiden bzw. diesen unbewusst wahrnehmen, können wir uns eine Meinung bilden.
Forscher nehmen an, dass jede Sekunde 400 Millarden Bits pro Sekunde an Informationen auf unsere Sinne einprasseln und durch unsere Netzhaut gelangen, aber unser Gehirn filtert einen Großteil davon heraus, so dass nur noch 2000 Bits übrig bleiben. Das ist nebenbei auch der Grund, warum jeder Mensch die “Wirklichkeit” anders wahrnimmt.

Es gibt dazu eine berühmte Geschichte von den vier Blinden, die zum ersten Mal einen Elephanten anfassen. Der eine erzählt, er hätte einen Baum vor sich, da er den stämmigen Fuss des Tieres vor sich hat. Der andere Blinde hält ihn jedoch für verrückt und meint, er habe einen dünneren Ast vor sich, während er in Wirklichkeit vor dem Rüssel steht. So hat jeder der vier Blinden eine andere Meinung von der Wirklichkeit, während sie eigentlich vor der gleichen Sache erzählen.
Aber…warum fasel ich das hier eigentlich, während es doch um die Fotografie geht??
Naja, eigentlich ist es ja genau das!
Mit der Kamera kann ich auch entscheiden, aus welchem Blickwinkel und welcher Persektive ich ein Motiv festhalte. Und mit jeder Standort- und Blickwink-Entscheidung verändert sich auch das Bild komplett.
Wenn ich ein Laubblatt vor mir habe, existieren im Grunde Millionen von Möglichkeiten, wie ich es fotografien kann. Wenn hundert Fotografen den Auftrag haben, dieses eine Laubblatt mit der Linse festzuhalten, wird doch kein Bild genau gleich aussehen wie ein anderes. Und wir reden hier von einem einzigen Gegenstand, sobald noch mehr Dinge in der Umgebung zu finden sind, potenziert sich die Anzahl der Möglichkeiten noch um ein vielfaches. Je mehr man darüber nachdenkt, desto schneller gelangt man auch an die Grenzen der Vorstellungskraft…Krass oder?!
Das ist also ein Grund, warum mich der Umgang mit der Kamera so fasziniert. Dazu kommen noch weitere Gründe, wie dass man Emotionen, wertvolle Momente und für das Auge eher unsichtbare Dinge Auf Dauer festhalten kann.